Stadtrundgang & -führungen

Stadtführungen können Sie gerne unter Tel.: 09177/4940-0 buchen. Für die Stadtführung wird eine Aufwandsentschädigung von 1,00 € p. Person erhoben. Mindestgebühr: 15,00 €. Im Preis inbegriffen ist der Besuch der Heimatkundlichen Sammlung.

Es werden u.a. folgende Gebäude und Plätze besucht:

Rathaus
Es wurde 1481 als Getreidekasten fertig gestellt. Der große Sandsteinbau mit Staffelgiebeln und dreigeschossigem Dachboden diente zum Aufbewahren des Zehnten, der früher üblichen Naturalsteuer.

1860/61 erwarb die Stadt das Gebäude und baute es um zum Rat- und Schulhaus. Heute hat die Stadtverwaltung hier ihren Sitz. In den gewölbten Räumen des Erdgeschosses fand die Heimatkundliche Sammlung ihren Platz.

Marktplatz
Links neber der Pfarrkirche stand das frühere Heidecker Rathaus. Es wurde 1851 abgerissen. Der Marktplatz ist umringt von alten Häusern, darunter einige Fachwerkhäuser, die vor 1600 entstanden sind. 1988 fand man bei Kanalbauarbeiten menschliche Knochen - Hinweise auf den alten Friedhof, der bis 1589 um die Kirche herum angelegt war.

Pfarrkirche
Der Chor dieser Kirche wurde 1457 geweiht. Das Innere birgt einige wertvolle Kunstschätze, z.B. eine spätgotische Madonna aus dem Umkreis von Hans Leinberger aus Landshut. Näheres im Kirchenführer der am Schriftenstand aufliegt.

Seelhaus und Stadtgraben
Den inneren Stadtbereich verlassen Sie für einen Abstecher durch den engen Durchgang beim Almosenhaus (Seelhaus). Dieses Haus gehört zur Almosenstiftung vor 1430 zur Versorgung der Armen und Kranken der Stadt. Diese Stiftung besteht noch heute.

Vom nördlichen Stadtgraben aus sieht man die Überreste der Stadtmauer, die in Häuser oder Scheunen integriert wurde. Die nach Westen liegenden Gärten liegen tiefer und deuten noch den ehemaligen Stadtgraben an. Der nordöstliche Stadtgraben war ursprünglich mit Wasser gefüllt. 1928 wurde er trockengelegt und in den 50er Jahren mit Bauschutt und Müll aufgefüllt.

Kapelle "Unsere liebe Frau"
Diese 1419 geweihte Kirche wurde von Friedrich II. von Heideck als Grablege für Dynastie erbaut. Sie wurde ein Schmuckstück! Chor und Langhaus sind fast ganz mit Fresken aus der Erbauungszeit ausgemalt: Hl. Georg, umgeben von Burgen, die wahrscheinlich in Besitz der Heidecker waren (in der Mitte ergänzt), Anbetung der Könige, die Diözesanheiligen Willibald, Wunibald und Walburga, der hl. Christophorus und der hl. Johannes auf Patmos am Chorbogen. Der Schreinaltar birgt spätgotische Schnitzfiguren und gemalte Szenen aus dem Marienleben.

Haus "Nr. 1"
Dieses hochgiebelige Fachwerkhaus wurde 1421 als Benefiziatenhaus (Kaplanshaus) zur Kirche nebenan erbaut. Es ist trotz seiner Hausnummer, nicht das älteste Haus Heidecks, gehört aber zu den ältesten. Bemerkenswert ist die Bohlenstube mit Fensterreihe im 1. Stock rechts.

Die Farbgebung des Hauses orientiert sich streng an den Befungen - Reste der roten Quadermalerei im Erdgeschoss der Fassade sind der Beweis. Auch das Haus mit dem gelbem Fachwerk nebenan wurde nach den Befunden restauriert. Die Städte waren früher alles andere als eintönig, wie man sieht.

Brauhausgasse
Heideck war eine Bierstadt. Hier in der Brauhausgasse befanden sich private Brauhäuser. 1792 soll es sechs Einzelbierbrauer gegeben haben. Um die Stadt herum baute man bis vor kurzem Hopfen an, der zum Spalter Anbaugebiet gehörte.

Kastenmesserhaus
Das Gebäude Hauptstraße 13 fällt durch seine schöne Renaissance-Fassade auf. Es wurde 1603 erbaut und diente längere Zeit als Wohnhaus für den Kastenmesser. Er war für das Eintreiben der Finanz- und Naturalabgaben zuständig. Somit war sein Dienstgebäude der Getreidekasten am Marktplatz, das heutige Rathaus. Der stattliche Fachwerkbau schräg gegenüber (Nr. 18) beherbergt die Gastwirtschaft "Lindwurm".

Hauptstraße
Der östliche Teil der Hauptstraße ist wesentlich ärmer an alten Fachwerkhäusern als der westliche, weil 1898 ein großer Stadtbrand viele Häuser dieses Straßenzugs in Schutt und Asche legte. Nur wenige Häuser blieben stehen, u.a. Nr. 38. Im ersten Giebelgeschoss findet man die Datierung 1573, das Fachwerk stammt aber aus mehreren Bauphasen.

Auf der anderen Straßenseite befindet sich das neu erbaute Benefiziatenhaus. Es dient auch heute noch seinem ursprünglichen Zweck: Wohnhaus für im Ruhestand lebende Geistliche. Diese Benefiziatenstelle stiftete der Laibstädter Pfarrer Burkmaier am Anfang der 18. Jahrhunderts.