Lorenz Winter verstorben

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Bild Beitrag Lorenz WinterAm 22. August 2017 ist der Heidecker Künstler, Musiker und ehemalige Lehrer Lorenz Winter im Alter von 83 Jahren verstorben. Am 29.04.1934 wurde er in Schnaittach in eine Handwerkerfamilie hineingeboren und auf den Namen Lorenz getauft, wie es schon seit 300 Jahren in der Familie üblich war. Nach dem Abitur im Jahre 1953 studierte er das Lehramt für Volksschulen. Aufgrund seiner außergewöhnlichen musikalischen Begabung gelang es ihm, zum Teil im Selbststudium, sich das Klavier- und Orgelspiel beizubringen.

Als Lehrer wirkte er zunächst in Mörsdorf, Zell, Hilpoltstein und Buxheim, bevor er zum Schulleiter in Liebenstadt ernannt wurde. 1970 wurde diese Schule an die Volksschule Heideck angegliedert, wo Winter bis zu seiner Pensionierung 1994 unterrichtete. Im Jahre 1960 hatte er seine Frau Inge geheiratet. Durch die Geburt des Sohnes Klaus und die der Tochter Angelika wurde die Familie komplett.

Lorenz Winter legte Prüfungen in Musik und Religion ab. Durch ein dreijähriges Fernstudium perfektionierte er seine Mal- und Zeichenkunst. In rund 200 Ausstellungen wurden seine außergewöhnlichen Werke gezeigt, wie etwa im Haus der Kunst in München oder in der Hilpoltsteiner Residenz. Er war Gründungsmitglied verschiedener Künstlervereinigungen, zum Beispiel des Künstlerkreises Heideck. Seit 1981 hat Lorenz Winter alle Ausstellungen zum Heimatfest in der Stadthalle Heideck mit seinen Werken bereichert.

Herausragend war auch sein musikalisches Wirken. 35 Jahre lang leitete er den Gesangverein Liederkranz in Heideck. Er initiierte eine 20-jährige Partnerschaft mit dem Howard-Wallace-Chorale im englischen Brentwood. 1965 führte er das im weiten Umkreis erste Adventssingen ein. Überregionale Bedeutung erlangte auch der 1971 von ihm gegründete Schulchor der Volksschule Heideck, der mehrfach als bester Schulchor Mittelfrankens ausgezeichnet wurde. Zusammen mit dem Chor und der Lebenshilfe Schwabach führte Winter mehrere von ihm komponierte Kantaten auf, wie etwa den „Eppelein von Gailingen“. Damals schon eine Pionierleistung im Sinne der Inklusion. Die Aufführungen wurden sogar im Rundfunk und im Fernsehen gezeigt. Wenige Wochen vor seinem Tod hatte er mit humorvollen Worten bei den Eppelein-Festspielen in Burgthann seine Kantate vorgestellt.

Zusammen mit seinem Kollegen Adolph Müller hatte Lorenz Winter in den 1970-er Jahren die Sing- und Musikschule Hilpoltstein ins Leben gerufen. Die Heidecker Kappelkonzerte, die Konzertreihe „Senioren musizieren für Senioren“ zusammen mit dem Ehepaar Dietel und die „Lindwurmspatzen“, die damals die Geschehnisse in Heideck musikalisch aufs Korn genommen haben, sind vielen noch in guter Erinnerung. Seine Messen, bei denen oft auch seine Frau Inge auf der Violine mitwirkte, wurden in Südtirol, aber auch in Rom, Leipzig und Dresden aufgeführt. Heuer zu Allerheiligen wird in Partschins bei Meran seine Friedensmesse und das Marienlied „Regina coeli“ aufgeführt werden.

Winters großes Anliegen waren stets Harmonie und Frieden, sowohl im Kleinen als auch im Großen. Das drückt sich auch in seiner Partnerschaftshymne für den Freundeskreis Brentwood aus: „Lasst und Freunde sein, lasst uns miteinander gehen!“

In einem würdigen Requiem wurde am Samstag in der Heidecker Stadtpfarrkirche des verstorbenen Musikers, Malers und Lehrers Lorenz Winter gedacht. Landrat Herbert Eckstein und die Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Künstlervereinigungen würdigten einerseits Winters künstlerische Leistungen, hoben andererseits zugleich sein humorvolles, freundliches und ausgleichendes Wesen hervor. Landrat Eckstein stellte fest, dass der Verstorbene die Kunstszene im Landkreis entscheidend mitgestaltet habe. Er schloss mit den Worten: „Danke, Lorenz Winter!“ Ein Streichquartett und der Gesangverein Hilpoltstein gestalteten die Feier musikalisch aus.

Seine letzte Ruhe fand Lorenz Winter auf dem Friedhof in Rednitzhembach. Die Schule Heideck sagt Danke für die großartige Arbeit des Lehrerkollegen im Ruhestand.