Erfolgreiche Flottenparade

Bewertung:  / 2
uninteressantinteressant 

Bild Beitrag Flottenparade„Schiff ahoi!“ zur Flottenparade auf dem Stadtweiher Heideck, auch Wäschweiher genannt. Was denn? Ist der Weiher über die Ufer getreten? Hat er Zugang zum Meer? Nichts von alledem! Auch wenn auf einem der Plakate sogar „Stadtsee“ zu lesen war. Die Flottenparade war eine Schau für die Schiffsmodelle der „Interessengemeinschaft Deutsche Marine“, die in Heideck ihre 15. Flottenparade abhielt. Nachdem man bisher im Landkreis Weißenburg aktiv gewesen war, hat man nun den Nachbarlandkreis Roth mit einbezogen und plant, in Heideck weitere Veranstaltungen dieser Art abzuhalten.
Rund 40 Teilnehmer ließen auf dem Wäschweiher ungefähr 60 Schiffsmodelle in See, besser in Weiher, stechen. Aus dem gesamten Bundesgebiet von Mecklenburg bis Oberbayern und sogar aus Polen waren die Modellbauer gekommen, die nun stolz ihre detailgenauen und vorbildgetreuen Marinemodelle verschiedener Epochen präsentierten. Zumeist waren sie im Maßstab 1:100 oder 1:87 gefertigt.

Noch in der Wathose steht der Organisator Peter Dorschner aus Pleinfeld im Weiher, um den von ihm gefertigten Modellhafen zu verankern. Inmitten des Wäschweihers weist ein Leuchtturm den Weg. Dann begrüßt der Organisator die vielen Zuschauer, allen voran Bürgermeister Ralf Beyer. Unkompliziert sei die Zusammenarbeit mit der Stadt Heideck gewesen. Sogar der Springbrunnen ist abgeschaltet worden. Er hätte sonst so manches Schiff in Seenot bringen können. Dorschner weist auf die Tombola mit Gewinnchancen von 1 : 3 und auf den Flohmarkt hin. Der Erlös geht an die Weißenburger Tafel und an den Städtischen Kindergarten. Ein Sammelschiffchen der „Seenotretter“ (DGzRS) steht bereit. Für die Verpflegung ist in der Stadthalle nebenan gesorgt.

Immer neue Schiffsmodelle, sorgsam in Transportkisten verpackt, werden auf kleinen Transportwägen angeliefert. Immerhin können die Modelle bis zu 40 Kilogramm schwer sein. Rainer Ungänz präsentiert den Schlachtkreuzer „Seydlitz“ im Modell, dessen Vorbild in der Skagerrakschlacht 1916 eingesetzt war. Mehrere Jahre hat er an dem genau 2,006 Meter langen Modell gebaut. Das Vorbild war 200,60 Meter lang. Die gleiche Zeit hat Peter Dorschner zum Bau des U-Boot-Hebeschiffs „Vulkan“ gebraucht. Das Original war gewissermaßen eine mobile Werft für U-Boote gewesen. Seit seiner Grundschulzeit beschäftigt er sich mit Modellbau und hat bisher rund 35 Modelle angefertigt, darunter die SMS Großer Kurfürst und die SMS Von der Tann, ein Kreuzer der deutschen Kaiserlichen Marine. 2,68 Meter misst die Graf Zeppelin.

Endlich hat der Regen aufgehört und nach und nach werden die Schiffe zu Wasser gelassen. Wäscheklammern mit der Funkfrequenz werden an die Antennen geklemmt, damit es kein Durcheinander gibt. Bald herrscht auf dem Wäschweiher reger Schiffsverkehr. Die Modelle durchpflügen das Gewässer. Sogar Rauch steigt aus manchen Schornsteinen oder aus Kanonenrohren auf. Die Enten haben Reißaus genommen und sich auf die kleine Weiherinsel geflüchtet. Hin und wieder schnalzt ein Karpfen aus dem Wasser. Der zehnjährige Wilhelm steuert gekonnt das Kriegsschiff Hessen durch die Fluten. Nicht immer klappt es bei anderen mit der Fernsteuerung. Wo war doch gleich wieder der Steuerhebel für das Rechtsruder? Wo sitzt der Wackelkontakt? Ein Kreuzer und ein Dampfer kollidieren auf hoher See, allerdings ohne weitere Schäden. Auch der Modellhafen übersteht den „Angriff“ eines Kriegsschiffs unbeschadet. Nebenher werden viele Fachgespräche geführt und sicher auch so manches „Schifferlatein“ erzählt. Nächstes Jahr, so plant es Peter Dorschner, will man die Flottenparade wieder auf dem Heidecker Wäschweiher in See stechen lassen.