Bio-Speis eröffnet

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Den ganzen Tag über war am Samstag die neue Bio-Speis am Harrer-Hof gut besucht. Wie es sich für eine ordentliche Speisekammer gehört, war sie gefüllt mit wertvollen Lebensmitteln. In einem großen Kühlschrank mit Sichtfenster standen Flaschen mit Bio-Milch, alle mit dem Logo des Harrer-Hofs, einer gefleckten Kuh mit Blume im Maul. An diesem Motiv am T-Shirt und auf der Schürze waren auch die Mitglieder der Biohof-Familie zu erkennen, die über ihren Hof informierten und beispielsweise Kartoffel-Viertel frittierten oder Kuchen aus Dinkelmehl verkauften.

In einem offenen Schrank neben dem Kühlschrank gab‘s hofeigenen Honig, in Körben Weißkraut-Köpfe, zweierlei Kartoffeln, rote festkochende und braune halbfestkochende. Alles vom Biohof Harrer.

Dessen Produkte werden in der Selbstbedienungs-Speis ergänzt von Eiern und Nudeln aus dem Naturland-Bio-Hof Scheckenbauer in Fiegenstall. Die in Liebenstadt aufgewachsene Scheckenbäuerin Maria Kahn füllte am Eröffnungstag ständig den Schrank mit Nudeln nach, die aus ihren Bio-Eiern und dem am Hof angebauten Ur-Dinkel der Sorte Oberkulmer Rotkorn hergestellt werden. „Wir haben einen mobilen Stall und versetzen die Hennen immer wieder auf eine andere Weide. So kann wieder Gras nachwachsen, und die Infektionsgefahr ist viel geringer“, informierte Maria Kahn die interessierten Besucher.

Landrat Herbert Eckstein, der sich die Eröffnung der Bio-Speis aus Überzeugung nicht entgehen ließ, freute sich, dass er mit dieser Eröffnung im Rahmen der Bio-Woche des Landkreises Roth bäuerliche Selbstvermarkter unterstützen kann. „Erzeuger hochwertiger Bio-Lebensmittel der Region und Käufer können so zusammengebracht werden. Auch unsere besonderen Märkte wie Kartoffel-, Spargel- oder Apfelmarkt sollen dazu beitragen, Produzenten und Verbraucher miteinander bekannt zu machen.“ Dass im Dorf Liebenstadt nun ein zweiter Selbstbedienungs-Hofladen entstand, wertete der Landrat mit „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Rosalinde und Martin Harrer meinen, dass bei ihnen Bio-Lebensmittel angeboten werden im Unterschied zur „Milch-Tankstelle“ mit Milch, Eier und Nudeln aus konventionellem Anbau. „Mich freut, dass Sie sich etwas getraut haben“, lobte der Landrat Rosalinde und Martin Harrer.

Nicht nur die Famile Harrer freute sich an diesem Eröffnugnstag, dass Landrat Herbert Eckstein hinter der Bio-Idee mit bäuerlicher Selbstvermarktung steht, sondern auch alle, die hier noch anbieten. Neben dem Scheckenbauernhof aus Fiegenstall mit Eiern und Nudeln noch der Biolandbetrieb Hofkäserei Burger aus Rohr. Deren Käse war an diesem Tag aber nicht wie künftig im großen Kühlschrank zu finden, vielmehr bot man die verschiedensten Käsesorten im mobilen Verkaufswagen an.

Sehr zufrieden waren die Anbieter mit dem Erfolg der Eröffnung der Bio-Speis. „Den ganzen Tag über waren interessierte Leute da, die wir informieren konnten über unsern Hof und unsere Produkte“, fasst Rosalinde Harrer zusammen. „Vor allem unser Honig und unsere Kartoffeln verkauften sich gut. Aber auch die Dinkel-Nudeln und die Eier vom Scheckenbauernhof mussten ständig nachgefüllt werden. Niemand hätte gedacht, dass das Interesse an Bio-Produkten so groß ist."

Die Bio-Speis von Martin und Rosalinde Harrer ist ein Selbstbedienungsladen in Liebenstadt Nr. 13. Geöffnet ist der Raum von Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr und am Samstag von 9 bis 14 Uhr. Am Samstag ist während der Öffnungszeit jemand zur Beratung am Hof, an den anderen Tagen oft auch, wenn man klingelt. Neben den ökologisch erzeugten Produkten des Harrer-Hofs und des Scheckenbauernhofs gibt es auch bio-produzierten und fair gehandelten Kaffee, Bio-Schokolade von der Camphill-Dorfgemeinschaft Hausenhof, Brot vom Bio-Brothof Strauß aus Burgsalach, Bio-Frankenwein, Bio-Gewürze und Bio-Seifen von Christina Buchmüller aus Hilpoltstein.