Adventskonzert 2017 des Kirchenchors

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Bild Beitrag Adventskonzert KirchenchorTrotz Schneegestöbers und Wind hat eine erfreuliche Zahl von Besuchern den Weg in die wohltuend temperierte Stadtpfarrkirche Heideck gefunden, um dem 14. Adventskonzert des Kirchenchors zu lauschen. Sicher haben viele noch die Konzerte der Vorjahre in guter Erinnerung. Auch diesmal hat Chorleiter Franz Stengl wieder ein anspruchsvolles und vielseitiges Programm zusammengestellt. Unterstützt wird der Chor durch die Solisten Alexandra Vildosola (Sopran), Jasmin Steiner (Alt), Mattis Jensen (Tenor) und Tobias Bencker (Bass). An der Haupt- und an Truhenorgel sitzt Regionalkantor Willibald Baumeister. Die Solotrompeten spielen Stefan Lehnert und Peter Gunreben. Außerdem wirken Instrumentalisten der Nürnberger Sinfoniker, aus Büchenbach, sowie von den Stadtkapellen Hilpoltstein und Heideck mit. Durch das Programm führt Jürgen Streit, der sowohl die Werke und ihre Komponisten vorstellt, als auch passende Adventsgeschichten einflicht.

Als festlicher Auftakt erklingt ein Konzert für Orgel und zwei Trompeten. Stadtpfarrer Josef Schierl begrüßt anschließend die Besucher in seinem Gotteshaus. Sogar aus Kempten im Allgäu ist ein Ehepaar gekommen. „Dieses Konzert ist immer ein Highlight in unserer Kirche“, stellt der Stadtpfarrer fest. Auf dem Notenpult sind nun groß die Worte BACH zu lesen. Der Barockmeister hat das berühmte Weihnachtsoratorium vertont. Von fünf wuchtigen Paukenschlägen eingeleitet erklingt daraus der feierliche Eingangschor „Jauchzet, frohlocket!“ Wie auch in der Folge leitet Franz Stengl die Interpreten mit dynamischem und präzisem Dirigat. Hymnusartig folgt der Choral „Brich an, o schönes Morgenlicht“ aus dem gleichen Werk. Ein weiterer berühmter Vertreter der Barockmusik ist Georg Friedrich Händel, ein Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach. Aus Händels Oratorium „Der Messias“ stammen die Kompositionen „Oh du, die Wonne verkündet in Zion“ und „Ehre sei Gott in der Höhe“. Begleitet von Chor und Instrumentalisten brilliert Alexandra Vildosola in beiden Soloarien mit ausdrucksstarkem Sopran. Der berühmte Kanon des Nürnberger Barockkomponisten Johann Pachelbel schließt sich an. Harmonisch aufeinander eingespielt interpretieren ihn die Instrumentalisten.

Die vier Solisten habe Aufstellung auf der Empore genommen. Von dort aus treten sie in harmonischem Wechselgesang mit dem Chor vor dem Altar. „Rorate Coeli - Tauet, ihr Himmel“ ist ein bewegender, raumfüllender Gesang des frühen Niederländers Jan Campanus-Votnanstijs (1572 – 1622). Wolfram Menschick war unter anderem Domkapellmeister zu Eichstätt gewesen. Aus seiner Feder stammt der Satz zu „Maria durch ein Dornwald ging“, ein Adventslied aus dem thüringischen Eichsfeld. Einfühlsam erklingt diese stille Weise. „Kyrie Eleison – Herr erbarme dich“, ist eine inständige Bitte aus der Orgelmesse von Wolfgang Amadeus Mozart. Später schließt sich daraus das „Sanctus“ an. Die wohl anspruchsvollste Aufgabe für Chor, Solisten und Orchester war das Einstudieren des „Gloria“ aus der Missa Longa von Wolfgang Amadeus Mozart. „Ehre sei Gott in der Höhe“, die deutsche Übersetzung, ist ein Lobpreis Gottes, der in überzeugender und ergreifender Form erklingt. Wieder ist es die brillante Sopranstimme von Alexandra Vildosola, die in harmonischem Einklang mit Alt, Tenor und Bass, sowie Chor und Instrumentalisten dieses Werk interpretiert. Dezente Pizzicatoklänge begleiten beim „Ave Maria“ des Liederfürsten Franz Schubert. Sopran und Tenor bilden ein harmonisches und wohlklingendes Duett.

Wie immer steht ein besonders beeindruckendes Werk am Ende des Adventskonzerts. Noch einmal verlangt Franz Stengl seinen Interpreten alles ab. Mächtig erfüllt das „Halleluja“ aus Händels „Messias“ den Kirchenraum. Der lange aufgesparte Applaus brandet auf. Stehende Ovationen gibt es für heutige, wiederum herausragende Leistung. Auch Stadtpfarrer Josef Schierl ist voll des Lobes. „Dieser Abend hat gezeigt, wie man mit Kirchenmusik Menschen begeistern kann“, stellt er anerkennend fest, „es ist großartig, dass wir ein solches Konzert in unserer kleinen Stadt aufführen können!“ Natürlich gibt es eine Zugabe, allerdings ist es nicht „Stille Nacht, heilige Nacht“, wie zuerst angekündigt wird, sondern einfach „Heilige Nacht“. Mit diesem ruhigen Ausklang entlässt der Kirchenchor die Zuhörer hinaus in die Winternacht.