Neujahrsempfang der Stadt Heideck 2018

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Heideck Neujahrsempfang Buergermeister Beyer 1Im Bürgersaal der Stadt Heideck begrüßte der 1. Bürgermeister Ralf Beyer eine große Zahl von Gästen, die zum Neujahrsempfang der Stadt gekommen waren. Die Vertreter der verschiedenen Vereine, Verbände und sonstigen Organisationen hieß Beyer ebenso willkommen, wie die Vertreter der Kirche, der Schule und der Feuerwehr, sowie weitere geladene Gäste. Das Claus Raumberger Ensemble gestaltete in bewährter Form die Feier musikalisch.

Schon der 1. Januar 2017 war von einem Terroranschlag überschattet gewesen, viele weitere folgten im Verlauf des Jahres. Ein weitreichender, erschreckender Wandel habe Vieles um uns herum verändert. Obwohl bei uns hinsichtlich der Flüchtlinge alles sehr gut und friedlich ablaufe, habe es in einer Studie geheißen, dass 90 Prozent des Anstiegs der Gewaltverbrechen auf Flüchtlinge zurückgehen. Die Bundesanwaltschaft habe gemeldet, dass es im vergangenen Jahr 1200 Terrorverfahren zu bearbeiten gegeben habe, fünf Mal so viele wie im Jahr 2016. Es sei kaum mehr eine Veranstaltung denkbar, ohne dass Polizei oder bauliche Maßnahmen vor Anschlägen schützen sollen.
In der Politik, so forderte der Bürgermeister, müsse sich in diesem Zusammenhang sehr bald etwas ändern. Aber es gebe durchaus auch Positives zu berichten. Er habe kürzlich mit einem syrischen Flüchtling gesprochen, der erstaunlich gut unsere Sprache beherrscht. Jeden Tag lerne er, um sich hier eine Zukunft aufzubauen, zu arbeiten und vielleicht zu studieren. Der Schlüssel dafür sei die Erlernung der Sprache. Über gute und gewissenhafte syrische Mitarbeiter könnten beispielsweise zwei Handwerksbetriebe berichten. Allerdings müssten diese Arbeitskräfte für Wohnung und Lebenshaltung selber aufkommen, sodass unterm Strich kaum mehr übrig bleibe, als wenn sie zuhause bleiben würden. Nicht gerade ein Anreiz zum Arbeiten. Das Problem sei zudem, dass jeder, der zu uns kommt, sich eine neue Identität verschaffen könne. Politiker würden behaupten, dass jene Flüchtlinge, die sich als Minderjährige ausgeben, hinsichtlich ihres Alters nicht untersucht werden dürfen, da diese Maßnahme eine zu große psychische Belastung sei. Unter dem Applaus der Zuhörenden fragte sich der Bürgermeister, aus welchen Kriegsgebieten diejenigen Flüchtlinge denn kommen würden, wenn schon eine ärztliche Untersuchung eine zu große Belastung wäre. Ausdrücklich betonte Bürgermeister Beyer die Verpflichtung zur Hilfe, die auch gerne angeboten werde. Allerdings müsse die Politik in naher Zukunft deutliche Korrekturen machen.

In Deutschland gibt es mit Frank Walter Steinmeier einen neuen Bundespräsidenten. Vom ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl mussten wir Abschied nehmen. Die Folgen der Bundestagswahlen dauern noch an, denn die Regierungsbildung ist noch nicht abgeschlossen. Es wurde 500 Jahre Reformation gefeiert, die Elbphilharmonie wurde nach zehnjähriger Bauzeit eingeweiht, mit „leicht“ abweichenden Kosten von 789 statt ursprünglich veranschlagten 77 Millionen Euro. Die Renovierung des Heidecker Freibads, so merkte der Bürgermeister humorvoll an, werde allerdings im Kostenrahmen bleiben.

Damit war der Bogen von der Weltpolitik nach Heideck geschlagen. Das Jahr 2017 sei sehr stark von Bautätigkeit geprägt gewesen, die auch im Jahr 2018 noch andauern werde. Seit 2015 seien die Kosten für Baumaßnahmen auf mehr als das Dreifache gestiegen, nämlich auf 5,9 Millionen. Ein Rekordhaushalt mit 14 Millionen Euro wurde deshalb aufgestellt, der trotz stabiler Steuereinnahmen eine Kreditaufnahme von zwei Millionen Euro erforderlich machte. Bis 2020 sollen davon mindestens die Hälfte getilgt sein, sodass man zumindest den Schuldenstand von 2014 erreichen oder unterschreiten könne, um dann deutlich Schulden abbauen zu können. Die gute wirtschaftliche Lage sei da natürlich eine gute Voraussetzung. „Mehr Köpfe“ in Heideck würden auch die Pro-Kopf-Verschuldung senken. Diesbezüglich sei 2017 ein sehr gutes Jahr gewesen, denn es habe in Heideck so viele Geburten wie seit mindestens 10 Jahren nicht mehr gegeben. Die Einwohnerzahlen haben um 65 Personen zugenommen.
Groß sei das Engagement der Bürger gewesen, ob in Vereinen, Arbeits- und Helferkreisen oder bei der Feuerwehr. Mithilfe engagierter Bürger konnte das Städtebauliche Entwicklungskonzept (SEK) abgeschlossen werden. Viele Projekte und Ideen daraus werden umgesetzt werden können. Das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) ist in Bearbeitung. Engagiert haben sich zahlreiche Jugendliche an der Jugendzukunftswerkstatt beteiligt. Einen Empfang gab es für Dr. Oscar Schneider, dem Ehrenbürger der Stadt, anlässlich dessen 90. Geburtstags. Der erste Spezialitätenmarkt des Landkreises auf dem Heidecker Marktplatz war ein voller Erfolg gewesen. Das Angebot an regionalen Bio-Lebensmitteln wurde erweitert. Hier wurden die Milchtankstelle und die „Bio-Speis“ in Liebenstadt, die „kleine markthalle“ in Heideck und die Wagyu-Rinderhaltung in Schlossberg genannt.
Mehrere Bauprojekte konnten im vergangenen Jahr abgeschlossen werden: der Spielplatz am nördlichen Stadtgraben, der Bauhof mit Sozialgebäuden, der gut gelungene Containerstellplatz für Gartenabfälle, die Bohrung des Tiefbrunnens IV im Laffenauer Wald und die Erneuerung der Fenster im Rathaus. Bereits schon jetzt sei die Energieeinsparung deutlich geworden.

Bei der noch laufenden Sanierung des Freibads sei man trotz kleiner Überraschungen noch gut im Zeit- und Kostenrahmen. Der Anschluss von Aberzhausen an das Heidecker Kanalnetz wird etwa zwei Millionen Euro kosten. Auf gutem Weg sei man inzwischen beim Bau der Kinderkrippe, wo Koordinationsprobleme zunächst zu Verzögerungen geführt hätten. Die Technische Hochschule für Architektur in Nürnberg erarbeite zurzeit ein Projekt zur Nutzung der Scheunen am Stadtgraben.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass es noch viel zu tun gibt. So steht die lange aufgeschobene Innensanierung der Schule auf der Agenda, ebenso der Umbau von Haus St. Benedikt. Hier ist die Finanzierung inzwischen gesichert. Zum Tiefbrunnen IV muss eine Wasserleitung verlegt werden. Schlossberg muss mit einem Kanal an die Kläranlage Heideck angeschlossen werden. Die Fußgängerbrüche in der Alleestraße bedarf der Sanierung. Vor allem für Ortsfremde soll ein Leitsystem eine Orientierungshilfe bieten. Ganz oben auf der Dringlichkeitsliste stehe die Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete, wobei ein Vogelschutzgebiet noch zu klären sei. „Es wird also auch 2018 sicher nicht langweilig“, resümierte Bürgermeister Ralf Beyer.

Sein Dank galt allen, die sich im vergangenen Jahr zum Wohle der Stadt Heideck eingebracht haben. Er dankte für die gute Zusammenarbeit und der Presse für die „gute und objektive Berichterstattung“. Er hoffe, dass auch in diesem Jahr wieder alle kräftig mit anpacken werden.

Für die Kirche sprach Stadtpfarrer Dr. Josef Schierl. 2018, so sagte er, sei ein Jahr des Aufbruchs und der Entscheidungen gewesen. Als Grundlage für das künftige Zusammenleben nannte er drei wichtige Säulen. Erstens sei die Achtung vor der Schöpfung wichtig, die uns anvertraut worden ist und deren Ressourcen nicht beliebig vorhanden sind. Zweitens dürfe der Mensch als Geschöpf und Abbild Gottes nicht als Werkzeug missbraucht werden. Jeder Mensch habe eine Würde, nicht nur der erfolgreiche. Man dürfe auch diejenigen nicht vergessen, die unserer Hilfe bedürfen. Und schließlich dürfe man denjenigen nicht vergessen, der alles geschaffen hat. Für ein Leben in Würde sei auch die Art und Weise des gegenseitigen Zusammenlebens von Wichtigkeit. Dazu gehöre der Respekt vor den Anderen und der Natur. In Heideck, so der Stadtpfarrer, gebe es erfreulicherweise viele Initiativen, die zeigen, dass die Bürger um ein gutes Zusammenleben bemüht sind. Für das eben begonnene Jahr wünschte er Gottes Segen.
Mit gegenseitigen guten Wünschen und dem Anstoßen auf ein erfolgreiches Jahr ging der Empfang zu Ende.