Bericht zur Ehrung Erfolgreiche Heidecker 2017

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Die Stadt Heideck ehrt jährlich Personen, die in den Bereichen Kultur, Sport, Schule und Beruf herausragende Leistungen erzielt haben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Betreffenden durch Geburt, Leben, Werk oder Vereinszugehörigkeit mit der Stadt Heideck verbunden sind. Am Samstag fand dieser Ehrungsabend zum neunten Mal in der Stadthalle Heideck statt. 23 Einzelpersonen und drei Mannschaften freuten sich, dass sie das begehrte Heidecker „Brunnenmännla“ in Miniatur als Anerkennung ihrer Leistungen mit nach Hause nehmen konnten. Das Liedermacherduo Catherine Rochat und Andy von Treuberg von der Augsburger Gruppe Lyneste lockerten den Abend mit ihren Liedern, Songs und Chansons in professioneller Weise musikalisch auf. Die Laudationes hielten Erster Bürgermeister Ralf Beyer, Zweiter Bürgermeister Dieter Knedlik und Stadtrat Dr. Reinhard Spörl. Bei der Preisübergabe assistierten Dritte Bürgermeisterin Maria Brunner und Stadträtin Julia Kispert. Videoeinblendungen, von Samuel und Jonathan Schoetschel in Szene gesetzt, zeigten Beispiele aus dem Wirken der Geehrten.
„Bonsoir Heideck“, war der erste Beitrag der Gruppe Lyneste überschrieben. Dann freute sich Erster Bürgermeister Ralf Beyer, dass wieder so viele Auszeichnungen vergeben werden konnten. Er begrüßte die Vertreter von Kirche und Politik und natürlich die zu Ehrenden mit ihren Angehörigen.
In Vertretung von Landrat Herbert Eckstein zitierte Edeltraud Stadler den griechischen Dichter Hesiod: „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.“ Da erkannten sich bestimmt viele wieder. Anschließend zitierte sie Hermann Hesse: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ Die vielen Brunnenmännla auf dem Tisch zeigten, wie viele erfolgreich gewesen waren.
Zunächst aber gab es zwei Stadtmedaillen in Bronze. Dr. Reinhard Spörl klärte über den Unterschied zwischen Brunnenmännla und Stadtmedaille auf. Die Stadtmedaille gibt es für Menschen, die über Jahre hinweg besondere Leistungen erbracht haben, die über ihren Beruf hinausgehen. Das Brunnenmännla gibt es für besondere Leistungen bei Wettbewerben im Vorjahr.
Luise Köstler und Gerhard Kerl hatten damals bei der offiziellen Vergabe der Stadtmedaillen nicht kommen können. Seit 1994 engagiert sich Luise Köstler im Skiclub Heideck, seit 20 Jahren ist sie mit großer Tatkraft dessen Vorsitzende. Der Kinder- und Jugendarbeit schenkt sie besondere Aufmerksamkeit. Vor allem das Wintersportprogramm wird von ihr bis ins Detail geplant und ausgeführt. Außerdem war sie für die Verpflegungsstätte am Selingstädter Berg anlässlich des Challenge Roth verantwortlich und wurde sogar zur Wettkampfleiterin für die Endversorgung berufen.
Über vier Jahrzehnte gehört Gerhard Kerl dem Sportkegelklub „Auf geht’s Heideck“ an. Er wurde Sportwart und ist seit 28 Jahre Vereinsvorsitzender. Seine aktive Keglerlaufbahn musst er vor einigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Unter seiner Leitung wurde das Keglerheim in Liebenstadt auf vier Bahnen erweitert. Er war für die Anschaffung eines Vereinsbusses federführend. Besonders liegt ihm die Förderung der Jugend am Herzen. Das hat sich ausgezahlt, denn inzwischen zählt der Sportkegelclub Heideck acht Mannschaften.
Viele, der mit dem Brunnenmännla Ausgezeichneten, konnten eine längere Liste von Erfolgen vorweisen. Hier musste begreiflicherweise eine Auswahl getroffen werden. Einige konnten nicht persönlich erscheinen, da sie zu Wettkämpfen unterwegs waren.
Zuerst waren die Ehrungen in der Sparte Beruf und Schule an der Reihe. Theresa Betz aus Laibstadt hat als beste Absolventin die Realschule Hilpoltstein mit einem sagenhaften Notendurchschnitt von 1,0 verlassen. „Man muss sich schon ein bisschen hinsetzen,“ antwortete sie bescheiden auf die Frage nach ihrer Traumnote. Ihr Ziel ist es, Immobilienkauffrau zu werden. Knapp dahinter folgte Annika Siegert aus Rudletzholz als Zweitbeste mit 1,08 Notendurchschnitt. Oft hatte sie zusammen mit Theresa gelernt. Ihr Lieblingsfach war Mathematik. Frederik Hennig hat als Drittbester das Gymnasium Hilpoltstein mit einem Notendurchschnitt von 1,2 absolviert. Gegen 110 „Mitbewerber“ beim Abitur in einer G8-Klasse war er erfolgreich angetreten. Er möchte Informatik studieren.
Leider war diesmal der Bereich Kultur nicht besetzt.
Im Bereich Sport war der achtjährige Schachspieler Christian Zimmer aus Thalmässing erfolgreich. Er hat mit sechs Jahren begonnen und trainiert wöchentlich sechs Stunden. Zusammen mit dem Schachklub Heideck-Hilpoltstein belegte er einen 1. Platz in Schweinfurt, Fürth und Vaterstetten und einen 3. Platz bei den Gesamt-Bayerischen Schnellschach-Meisterschaften (U8). Seit dieser Saison spielt er in der Kreisliga III bei den Erwachsenen mit. In der Sparte Leichtathletik erzielte die 14-jährige Carolin Kupsch aus Heideck, die für den TV Eckersmühlen antritt, einen 2. Platz bei der Süddeutschen Meisterschaft im Diskuswurf, einen 1. Platz bei der Bayerischen Meisterschaft im Blockmehrkampf Wurf und den 2. Platz bei der Bayerischen Meisterschaft im Kugelstoßen. Der 15-jährige Thomas Obermeier trainiert seit dem fünften Lebensjahr im Bereich Triathlon. Nun hat er den 3. Platz bei der Mittelfränkischen Meisterschaft der B-Jugend erzielt.
Eine besondere Sportart betreibt Andreas Zwickel, der seinen Nebenwohnsitz in Heideck hat. „Braveheart“ ist die Sparte überschrieben, ein Extremsport, der Zähigkeit und Ausdauer erfordert. Schlammgruben, Flüsse und andere Hindernisse müssen dabei auf einer Strecke von 25 Kilometern überwunden werden. Gegen 2536 Teilnehmer konnte sich Zwickel beim Extrem-Hindernislauf Braveheart Battle in Bischofshofen als Sieger durchsetzen. Er gewann außerdem den 2. Platz in der Landkreiswertung der Männer beim Datev-Challenge Roth.
Ein beachtliches Beachvolleyball-Talent ist der 16-jährige Joshua Schneider, der für den SV Schwaig antritt. Im Team mit Maximilian Urban kam er bei der Deutschen Beachvolleyballmeisterschaft auf den 3. Platz und bei der Bayerischen Beachvolleyballmeisterschaft auf den 2. Platz. Mit seiner Mannschaft vom SV Schwaig holte er den Sieg bei den Nordbayerischen und den Mittelfränkischen Beachvolleyballmeisterschaften.
Der Allersberger Josef Federer aus Allersberg erzielte für den Schützenverein Concordia Heideck den 3. Platz bei der Bayerischen Meisterschaft in der Sparte Mehrdistanz Revolver 44 Magnum, dessen Kaliber rund 11 Millimeter Durchmesser aufweist. Da muss man schon ein „g’standnes Mannsbild“ sein, um den Revolver sicher halten zu können.
Werner Wieder vom Schützenverein Concordia war mit seiner IPSC Rifle "Semi-Auto Standard“ erfolgreich. Der 1. Platz bei der Deutschen Meisterschaft " Senior war ihm sicher, ebenso der 2. Platz der Bayerischen Meisterschaft mit der BLDS Dynamic Büchse Standard. Das ist dynamisches Schießen auf Zeit. Sohn Nikolas Wieder hat sich als Mitglied des TV Hilpoltstein dem Ju-Jutsu-Sport verschrieben. Ein 9. Platz bei der Deutschen Meisterschaft und ein 3. Platz bei der Nordbayerischen Meisterschaft zählen zu seinen Erfolgen. Aber heuer steht erst mal das Abitur an.
Jule Steinert aus Stein startet im Motorradtrial für den Motorsportclub (MSC) Jura Heideck. Sie gewann den 2. Platz bei der Deutschen Frauenmeisterschaft und den 4. Platz bei der Europameisterschaft der Frauen. Jürgen Schmidt aus Roth, ebenfalls beim MSC Jura Heideck, erzielte den 2. Platz der Mittelfränkischen Meisterschaft (Klasse 3 Spezialisten) und siegte beim Jura-Trial-Pokal (Klasse 3). Ein paar Rippen habe er sich schon gebrochen, berichtete er und bewies damit, dass Motorradtrial kein ungefährlicher Sport ist.
Leises Motorengeräusch war nun in der Stadthalle zu vernehmen. Mit seinem fast lautlosen E-Trial-Motorrad durchquerte Thomas Piegler den Saal und sprang mit einem Satz hinauf zur Bühne. Er lobte den guten Zusammenhalt beim Trial-Sport, der einer Familie gleiche. Mit dem "normalen" Motorrad erkämpfte er sich den 2. Platz bei der Bayerischen Meisterschaft (Spezialisten) und den 1. Platz bei der Mittelfränkischen Meisterschaft (Spezialisten). Der 13-jährige Tobias Schmidt aus Roth, der Vierte im Bunde des MSC Jura Heideck, freute sich über den 2. Platz beim Jura-Trial-Pokal (Fahrrad Fortgeschrittene). Schon als Vierjähriger hatte er mit dem Fahrradtrial begonnen.
Die U17-Juniorinnen des DJK Laibstadt sind erfolgreiche Fußballerinnen. Mit ihren Trainern Manfred Regensburger und Sabrina Koller und dem Spielleiter Andreas Brunner wurden sie Meister der Bezirksliga 2 und Hallenkreismeister bei Neumarkt/Jura. Der Mannschaft gehören an: Carina Fackelmeier, Katharina Medl, Fiona Rupp, Nina Emmerling, Maike Klinkmüller, Frauke Klinkmüller, Luna Pfahler, Nele Pfahler, Theresa Betz, Sophie Wohlmuth, Jennifer Pechler („Kapitänin“), Tamina Flock, Luisa Lederer, Ricarda Karolat, Sofia Weißbeck, Laetitia Rapp und Pauline Dollack. Ein weiterer Aufstieg war nicht möglich, da einige Spielerinnen altersbedingt hatten ausscheiden müssen. Aber der Schlachtruf „Zicke, zacke, zicke, zacke, hoi, hoi, hoi!“ klappte auf Anhieb.
„Auf geht´s, Heideck!“ nennt sich der örtliche Kegelverein. Die Jugendmannschaft U 14 mit Lena Eckmann, Elena Hueber, Johanna Nickl und Alexander Siegert wurde Meister der Bezirksliga Süd. Ein Verdienst der Trainer Ernst Bum und Werner Hauenschild. Besonders geehrt wurden die 15-jährige Johanna Nickl aus Liebenstadt und der 14-jährige Alexander Siegert für den 1. Platz bei der Kreismeisterschaft (U14). Er wurde für den TSV Ochenbruck als Bayern-Ligist vorgeschlagen. Adelheid Engerling aus Hofstetten erkegelte den 1. Platz in der Kreismeisterschaft der Seniorinnen A. Gertrud Neumeier aus Röttenbach belegte des 1. Platz der Kreismeisterschaft Sprint Frauen. Anja Benz aus Liebenstadt siegte bei der Bezirksmeisterschaft (U 23 weiblich). Michael Schroeder aus Röttenbach erreichte den 1. Platz bei der Kreismeisterschaft (Sprint Männer). Wolfgang Kocher aus Mitteleschenbach siegte bei der Kreismeisterschaft (Senioren A). Gertrud Neumeier aus Röttenbach gewann die Kreismeisterschaft (Sprint Frauen). Beim Sprint gibt es jeweils 10 Schub in die Vollen und dann wird auf auf Abräumen gestellt. Anja Benz und Bernd Benzinger wurden Sieger bei der Kreismeisterschaft im Tandem Mixed.
„Northumberland“, ein Song aus der Heimat von Andy von Treuberg, beendete den offiziellen Teil des Ehrungsabends. Bürgermeister Beyer überreichte Geschenke an die beiden Liedermacher: „Wir loben Sie mit Blumen und Frankenwein, damit sie wiederkommen!“ Für die Mithilfe bei Organisation und Durchführung der Veranstaltung ergingen Dankesworte an Ulrike Regensburger und Dieter Knedlik.