2. Wanderung des Heidecker Wanderpasses am Laibstädter Geschichtsweg

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Einen weiteren Stempel im Heidecker Wanderpass konnten sich Wander- und Geschichtsfreunde am Sonntag auf dem Laibstädter Geschichtsweg abholen. Monika Kauderer führte den Trupp auf einer dreistündigen Wanderung bei herrlichem Frühlingswetter zu interessanten Natur- und Geschichtsdenkmälern rund um Laibstadt. Zahlreiche Informationstafeln säumen diesen Premium-Wanderweg. Monika Kauderer, die Wanderführerin, wusste über zusätzliche interessante Details zu berichten.

Beginnend beim Bergwerksstollen, einer von der Heimatkundlichen Sammlung 1990 erstellten Rekonstruktion, führte der Weg zum Aussichtshügel bei der Keltenschanze, die zwischen 200 und 50 vor Christus erbaut wurde, und vermutlich ein Gutshof und weniger eine Kultstätte gewesen war. Hier, am Albrand, reicht der Blick bis hinüber zu den Zeugenbergen wie Stauf und Wolfstein. Man trifft auf Malm, Dogger und Lias, Gesteinsschichten des Süddeutschen Jura, die als weißer, brauner und schwarzer Jura anliegen. Pflanzen wie Bärlauch, Waldmeister, Veilchen und Frühlingsblatterbse säumten den Weg. Um den sogenannten Strohbrunnen ranken sich zahlreiche Legenden. Mit seinem Wasser, dem man heilende Kräfte zusprach, sollen hier die ersten Christen getauft worden sein. Hier hat man auch ein goldenes „Regenbogenschüsselchen“ gefunden. Die Kelten hatten diese Münzen als Anfang und Ende des Regenbogens gedeutet. Eine Vertiefung im Wald erinnert an eine Stellung aus der Zeit des 2. Weltkriegs. In den Jahren 1938 / 39 wurde unweit davon eine Probebohrung vorgenommen. Im Eisensandstein des Braunen Jura hatte man sich vergeblich ein reiches Eisenerzvorkommen erhofft. Der Abschnittswall auf dem Ruppertsberg mitten im Wald, im Volksmund Hunnenschanze genannt, war ein Rückzugsort für die Bevölkerung, wenn Gefahr drohte. In dieser Gegend hatte sich auch 1525 der „Mässinger Haufe“ während des Bauernkriegs gesammelt. Nach Plünderungen wurden die rund 8000 Aufständischen von der Obrigkeit niedergeschlagen. Bodenspuren deuten darauf hin, dass man einst in sogenannten Scharwerken Jura-Kalksteine in Gemeinschaftsarbeit abgebaut hatte, um damit Wege zu befestigen. Aber auch „Sandmänner“ waren in der Gegend um Laibstadt am Werk. Der gewonnene Sand wurde nicht nur zum Bauen, sondern auch zum Händewaschen und Scheuern verwendet, nicht zuletzt auch für Sanduhren. In der St.Martins-Kirche in Alfershausen misst ein Exemplar an der Kanzel die Predigtdauer.

Nach genau drei Stunden kehrte die Wandergruppe zum Ausgangsort zurück, zwar müde, aber mit viel heimatkundlichem Wissen bereichert. Am Montag, den 30. April 2018 lädt Kräuterpädagogin Ines Beuthel, passend zur Walpurgisnacht, zu einer Kräuterwanderung zum Thema „Hexenkraut und Zaubertrank“ ein. Treffpunkt ist um 18 Uhr an der Stadthalle Heideck.