Verabschiedung von Spargelprinzessin Theresa Miederer

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Sollte man künftig den Spargelsymbolen, die im Heidecker Ortsteil Liebenstadt auf den Spargelhof Miederer-Maderer hinweisen zwei Krönchen aufsetzen? So überlegte Landrat Herbert Eckstein am Montagabend, als die zuletzt amtierende Spargelprinzessin Theresa Miederer verabschiedet wurde. Zwei Jahre lang hatte sie dieses Amt von 2016 bis 2017 zur Zufriedenheit aller ausgeübt. Ihre Schwester Anna Maderer war von 2010 bis 2011 ebenfalls Spargelprinzessin gewesen. Also eine Familie mit gleich zwei Prinzessinnen. Außerdem hatte Anna beim 20. Rother Spargelmarkt den Spargelschälwettbewerb für sich entschieden. Seit 27 Jahren wird auf dem Hof Spargel angebaut.
Landrat Eckstein lobte die scheidende Prinzessin: „Du hast es klasse gemacht! Dafür möchte ich mich mit einem Blumenstrauß und einer Collage bedanken!“ Auf der Collage sind die wichtigsten Stationen in Theresas Regentschaft im Bild festgehalten. Durch die Tätigkeit der Spargelprinzessinnen sei der Spargel als saisonales Gemüse unserer Region entscheidend aufgewertet worden. Übrigens zieht Landrat Eckstein als Liebhaber des grünen Spargels selber dieses Gemüse in seinem Garten.

Dank sagte auch Thomas Schmidt, der Kreisobmann des Bayerischen Bauerverbands (BBV). Als Freund des grünen Spargels hatte er sich eigens eine grüne Krawatte umgebunden. Sein Geschenk, eine BBV-Jacke, war zwar für Theresa zu groß, dafür lag aber ein Gutschein zum Umtauschen dabei. „Es wäre schön gewesen, wenn Sie auch Spargelkönigin geworden wären“, fügte Schmidt hinzu. Aber Theresa Miederer hat zum eigenen Bedauern dafür keine Zeit. Denn nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau in einem Hilpoltsteiner Unternehmen für Kartonagen, wohnt sie jetzt in Nürnberg und ist dort als Sachbearbeiterin tätig. Nur an Wochenenden hilft sie daheim beim Verkauf des grünen und weißen Spargels mit. Die neue Spargelkönigin ist Theresa Bub aus Kammerstein. Eine direkte Nachfolgerin für Theresa Miederer gibt es heuer nicht.

Auch die Kreisbäuerin Annette Götz und ihre Stellvertreterin Barbara Stürmer waren voll des Lobs über die Tätigkeit der scheidenden Spargelprinzessin. Durch ihre freundliche, sympathische Art und durch ihr redegewandtes Auftreten war sie allseits beliebt gewesen.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge nimmt Theresa Miederer Abschied. Oft hatte sie bei Veranstaltungen wie Consumenta, Spargelmarkt und etlichen weiteren den Landkreis würdig repräsentiert. Oft hatte sie die Glücksfee gespielt. In besonderer Erinnerung ist ihr der Kartoffelmarkt in Röttenbach geblieben, als sie gewissermaßen aus dem Stegreif Schupfnudeln zubereiten musste. Aber auch diese Anforderung meisterte sie. Sie freute sich, als sie zu Beginn ihres Amtes das Diadem mit vergoldeten Spargelspitzen selber aussuchen durfte. Es konnte auch schmerzlos wieder abgenommen werden, ohne dass dabei, wie Landrat Eckstein feststellte, der Trägerin Haare ausgerissen wurden. Zu ihrem Bedauern konnte Theresa Miederer beim letzten Spargelmarkt nicht dabei sein. Eine plötzliche Allergie hatte sie daran gehindert. Viel schlimmer aber war der Unfalltod ihres Vaters im Dezember 2016 gewesen.

Trotzdem erinnert sich Theresa an die vielen schönen Stunden, die sie als Spargelprinzessin erlebt hat: „Ich bin bei Veranstaltungen gewesen, zu denen ich sonst nie gekommen wäre und habe dort interessante Menschen kennengelernt.“ Ihr Resümee: „Es ist eine schöne Zeit gewesen.“