Vortrag zum Thema: Herz-Kreislauf-Blutdruck lockte viele interessierte Bürger an

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Der vollbesetzte Heidecker Bürgersaal bewies, welch glückliche Wahl Inge Brandl-Herrmann, die Vorsitzende des Seniorenbeirats Heideck, bei der Wahl der Referentin getroffen hatte. An diesem Abend referierte Dr. Simone Weikert über das Thema „Herz - Kreislauf - Blutdruck“. Simone Weikert ist Fachärztin für Innere Medizin mit Zusatzbezeichnung Ernährungs- und Notfallmedizin. Da sie zudem am Deutschen Herzzentrum München tätig gewesen war, lag das Thema somit in berufenen Händen. Zusammen mit ihrem Ehemann Dr. Sebastian Weikert, ebenfalls Internist, und dessen Vater Erich Weikert ist die Heidecker Praxis bestens aufgestellt.

Ausführlich und anschaulich schilderte die Ärztin den Aufbau und die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems. Die Inhalte können hier allerdings nur in verkürzter Form wiedergegeben werden. Rund drei Milliarden Mal schlägt das Herz im Leben eines Menschen und pumpt dabei rund 250 Millionen Liter Blut durch die Gefäße, um die Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Die Bedeutung dieses Organs wird auch in vielen Redensarten deutlich, etwa wenn man etwas besonders Wichtiges als „das Herz der Dinge“ bezeichnet. Andererseits sind Herz- und Kreislauferkrankungen weiterhin die Todesursache Nummer eins. Über Bluthochdruck, Verengung der Herzkranzgefäße, Herzrhythmusstörungen sowie Herzklappenerkrankungen wurde ausführlich referiert. Ein oberer (systolischer) Blutdruckwert unter 130 und ein unterer (diastolischer) Wert unter 85 werden als normal gesehen. Zu hoher Blutdruck macht zunächst keine Beschwerden, sodass diese Krankheit oft erst spät erkannt wird. Kommen weitere Risiken wie Übergewicht, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin), Stress und Bewegungsmangel dazu, kann das bis zum Herzinfarkt führen. Im Zweifelsfall sollte man immer die Notrufnummer 112 wählen. Eine häufige Herzrhythmusstörung, das Vorhofflimmern, wurde ebenfalls breit beleuchtet. Unbehandelt kann die Folge ein Schlaganfall sein. Mit der F-A-S-T- Methode kann auch der Laie einen Schlaganfall diagnostizieren. F (Face/Gesicht): Kann der Betroffene noch lächeln? A (Arms/Arme): Kann er die Arme heben? S (Speech/Sprache): Kann er einen Satz sprechen? Kann er nur eines dieser Dinge nicht mehr tun, dann ist es höchste Zeit (Time), die Nummer 112 zu wählen.

Was kann man als Laie in einer Notfallsituation sonst noch tun? Ist der Patient bewusstlos, dann sollte man erst die Atmung prüfen, dann die bekannte 112 wählen und anschließend fest in der Mitte des Brustkorbs mindestens einhundert Mal pro Minute drücken, bis Hilfe kommt. Für den Druckrhythmus ist es günstig, wenn man - wie makaber - den Rhythmus von „Highway to Hell“ von AC/DC im Ohr hat. Man brauche keine Angst zu haben, etwas falsch zu machen. Untätigkeit wäre das falsche, folgenreichere Verhalten.

In Heideck befindet sich im Vorraum der Raiffeisenbank am Marktplatz ein sogenannter Defibrillator. Nach Ziehen am Griff des Geräts gibt es selbstständig Anweisungen, wie etwa für das Aufkleben der beiden Elektroden. Bevor die blinkende Taste gedrückt wird, muss man Abstand zum Patienten halten, denn sonst bekommt man selber einen Stromstoß.

Wie Dr. Simone Weikert ausführte, sind heute viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen medikamentös oder auch durch minimalinvasive Eingriffe erfolgsversprechend und nachhaltig behandelbar, sodass größere Operationen oftmals vermieden werden können. Vorbeugend sind zudem ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Rauchverzicht und regelmäßige körperliche Bewegung sinnvoll. Außerdem wird alle zwei Jahre ein ärztlicher Check-up empfohlen, den die Krankenkasse ab dem 35. Lebensjahr bezahlt.


Nachdem der Vortrag von Dr. Simone Weikert mit gebührendem Applaus bedacht worden war, wies die Vorsitzende des Seniorenbeirats auf weitere Veranstaltungen zum Thema Gesundheit hin. Die Termine werden im Bürgerblatt veröffentlicht. Dazu, und zum Seniorenstammtisch, jeweils am ersten Dienstag des Monats um 18 Uhr im Gasthaus Lindwurm, kann ein Hol- und Bringdienst angefordert werden. Telefon 09177/494024 oder 09177/681.