Verabschiedung von Gemeindereferent Heinrich Heim

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Foto: KlierNach über 33 Jahren unermüdlichen Wirkens im Pfarrverband Heideck-Laibstadt-Liebenstadt wurde Gemeindereferent Heinrich Heim in den Ruhestand verabschiedet. Zum Festgottesdienst zogen zu den feierlichen Orgelklängen des Organisten Franz Stengl der Zelebrant Dekan Domkapitular Alois Ehrl zusammen mit den Konzelebranten Pfarrer Franz Josef Gerner und dem Pfarradministrator Dominik Pillmayer in die Stadtpfarrkirche Heideck ein.

Organisator Pillmayer begrüßte eine große Anzahl von Vertretern des öffentlichen Lebens, Abordnungen der Vereine und Verbände, von Weggefährten, Reiseteilnehmern und Jugendlichen, die sich alle dem scheidenden Gemeindereferenten verbunden fühlen. Pillmayer betonte, dass es sich nicht um einen Abschied, sondern um eine Verabschiedung in den Ruhestand handle. Gleich zu Beginn des Gottesdienstes sprach Heinrich Heim eigene Vergebungsbitten und Bußgedanken. In seiner Ansprache nahm Dekan Domkapitular Alois Ehrl Bezug auf das Evangelium, wonach Suchen und Entdecken zu unserem Leben gehören. Neben dem Himmelreich gebe es auch eine jetzt schon existierende Welt, eine Welt des Friedens, der Freiheit und der Freude, kurz die Welt Gottes. Diese Welt habe auch Heinrich Heim tief berührt in seiner Nachfolge im Geiste Jesu. Kinder, Jugendliche und Erwachsene habe er im Glauben gestärkt. Natürlich habe er auch Grenzen und Enttäuschungen erfahren und sich während seines kirchlichen Dienstes auf mehrere Pfarrer einstellen müssen. Aber nicht zuletzt durch Bescheidenheit, Kollegialität und Offenheit habe er erfreuliche und schwierige Situationen gemeistert. Dekan Erl überbrachte den Dank im Namen der Bistumsleitung und wünschte auch weiterhin einen „Weg des Segens für Dich und Deine Mitmenschen.“

Als Überraschung traten nun mehrere Abordnungen vor den Altar, um nur einige der vielfältigen Tätigkeiten des Noch-Gemeindereferenten zu symbolisieren. So hatte er mit viel Engagement im Religionsunterricht der Grund- und Mittelschule Heideck die Frohe Botschaft vermittelt, Schulgottesdienste mitgestaltet, auf Erstkommunion und Firmung vorbereitet und Schulfahrten begleitet. Als Pilger auf dem Jakobsweg hatte er als Pionier viele weitere Pilger für diesen Weg begeistert. Er war in Etappen von Heideck bis Santiago De Compostela gepilgert – freiwillig, wie augenzwinkernd betont wurde – und nicht als Verbrecher, wie es früher manchmal der Fall war. Die Familienwochenenden in Velburg, die er gemeinsam mit seiner Frau Theresia gestaltete, sind noch vielen in bester Erinnerung. Ebenso die Familienferien in Assisi, der Stadt des heiligen Franziskus. Mit dem Kreuz von San Damiano, wo Franziskus nach einer Vision seine Sendung als Glaubensverkünder empfing und unter anderem den „Sonnengesang“ schrieb, erinnerten die ehemals Jugendlichen an die Zeit, als sie zusammen mit Heinrich Heim dort ein Kloster vor dem Verfall gerettet hatten. An die Kindergottesdienste im Haus St. Benedikt denken sicher viele Teilnehmer zurück, die inzwischen selber Kinder haben. An vielen Abenden hatte Heim das Wort Gottes den Besuchern des Bibelkreises nahe gebracht. Als Kommunionhelfer hatte er einen wichtigen Dienst versehen. Er war in der Krankenhaus- und in der Notfallseelsorge engagiert, hatte die Krankenkommunion begleitet und bei pastoralen Einzelbesuchen viel Leid, aber auch Glück erfahren. Die Jugendfahrten nach Rom, in die Toskana und nach Skandinavien, sowie die Segeltörn auf dem Ijsselmeer gehörten zu seinen weiteren Aktivitäten. Hauptsächlich für Erwachsene organisierte er zahlreiche Bildungsfahrten wie etwa nach Rom, Potsdam, Leipzig, Dresden oder jüngst nach Altenburg. Immer wieder ging und geht es zu Ausstellungen, vor allem, wenn es sich um altägyptische Themen handelt, eine Spezialität Heims.

Nach der Eucharistiefeier, dem Te Deum und dem Segen folgte auf Einladung des Pfarrverbands die „Agape“ im benachbarten Haus St. Benedikt. Auch hier wurden in zahlreichen Reden die Verdienste Heinrich Heims gewürdigt. Sowohl Schulleiterin Martina Wirsing als auch Bürgermeister Ralf Beyer gedachten dankbar der Zeit, als sie selber von ihm in der Volksschule Heideck unterrichtet worden waren. Sie erinnerten sich gerne daran, wie sie in Jugendgruppen mit ihm unterwegs gewesen waren. Franz Stengl, Organist und Leiter des Kirchenchors, dankte dafür, dass Heims Unterstützung des Chors „viele gute Früchte getragen“ habe. Im irischen Segenslied konnte man sich davon überzeugen. Als einen Brückenkopf und Wegbereiter der Ökumene in der Pfarrgemeinde Heideck würdigte Pfarrerin Beate Krauß den Geehrten. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden aus Liebenstadt und Laibstadt schlossen sich den Dankesworten an. Der Dank der Pfarrei, ausgesprochen durch Pfarradministrator Pillmayer, durfte natürlich nicht fehlen. Er empfahl, frei nach Franz von Assisi, zuerst das Notwendige und dann das Mögliche zu tun, um dann noch Kraft für das Unmögliche zu haben. An Heinrich Heim und seine Frau Theresia sprach er die Bitte aus: „Bleiben Sie in unserer Mitte!“ Der Hilpoltsteiner Stadtpfarrer Franz Josef Gerner war viele Jahre Stadtpfarrer in Heideck gewesen und ist noch immer der Familie Heim freundschaftlich verbunden.

Elke Stengel, die Leiterin der Schola Heideck, erinnerte daran, dass diese Chorvereinigung auf eine Gründung Heims zurückgehe, damals noch Jugendschola geheißen. Mit „Laudato Si“, dem Sonnengesang, wobei der Gemeindereferent kurzzeitig selber im Chor mitsang, blickte die Schola auf die Zeit in Assisi zurück. Etliche weitere Rednerinnen und Redner überbrachten ihren Dank und natürlich Geschenke. Sie alle sprachen die Hoffnung aus, dass Heinrich Heim nach seiner Verabschiedung in den sogenannten Ruhestand auch weiterhin seine Aktivitäten ausführen möge.

Schließlich trat die Hauptperson selber ans Rednerpult um die Grundlagen seiner pastoralen Arbeit zu erläutern. Er habe immer versucht, die pastorale Verantwortung in der Gemeinde umzusetzen, und zwar für den ganzen Pfarrverband. Wer stehen bleibe und nur zurückschaue, der erstarre. Jeder Mensch habe seine persönliche Würde. Er erlebe die Ökumene als eine Bereicherung. Heinrich Heim schloss seine Rede mit den Worten: „Danke! Euer Gemeindereferent im kirchlichen Dienst.“