N-Ergie Kinotour spielte in Heideck den Film "Wunder"

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Wann liegt schon mal ein roter Teppich auf dem Heidecker Marktplatz? Am Montag führte einer hinauf zur Kinokasse des Energieversorgers N-Ergie. Der hatte zu seiner Open-Air- Kinotour eingeladen. Sechs Filme hatten zur Wahl gestanden. Online war eine hauchdünne Mehrheit auf den Film „Wunder“ gefallen, der aus dem Leben eines Zehnjährigen erzählt, dessen Gesicht durch einen Gendefekt entstellt ist. Vielleicht mag die Nähe zu Regens Wagner Zell und zum Auhof, zwei Einrichtungen, die Menschen mit Behinderung betreuen, bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben.Hei

Vor Filmbeginn gab es die Möglichkeit, sich fotografisch porträtieren zu lassen und die Bilder gleich kostenlos mitzunehmen. Jeder Besucher erhielt zudem eine ebenfalls kostenlose Sitzunterlage, denn nach den vielen warmen Nächten war es doch recht frisch geworden. Bürgermeister Ralf Beyer freute sich über die rund 250 Besucher, für die sogar zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden mussten. Er dankte dem Stadtrat, der in Ermangelung eines Partyservices Speisen und Getränke verkaufte. Der Erlös daraus ist für das neue Freibad bestimmt, das Palmen in Pflanzkübeln erhalten soll. Kommunalbetreuer Rainer Gründel von der N-Ergie versicherte, dass das gesamte Eintrittsgeld für die neue Kinderkrippe am Städtischen Kindergarten bestimmt ist. Damit wolle man Bürgernähe beweisen, die sich nicht nur auf die Energieversorgung beschränken solle. Bisher seien auf diese Weise über 160 000 Euro zusammengekommen. 2005 hatte die erste Kinotour in Heideck begonnen, damals auf dem Festplatz. „Des is einfach schee!“, meinte Gründel mit Blick auf die vielen Zuschauer.

Inzwischen war es soweit dunkel geworden, dass der 16 000 Lumen starke Projektor zunächst einen Film aus der Arbeit der Stromversorger auf die riesige Leinwand projizieren konnte. Im Hauptfilm „Wunder“ spielen Julia Roberts und Owen Wilson die Eltern von Auggie, überzeugend dargestellt von Jacob Tremblay. Wie so mancher Zehnjährige träumt er davon, einmal Astronaut zu werden. Den entsprechenden Helm hat er schon ständig auf. Allerdings will er damit sein entstelltes Gesicht verbergen. Seine Eltern können ihn endlich dazu überreden, eine „normale“ Schule zu besuchen, und das natürlich ohne Helm. Das geht, wie man sich denken kann, nicht ohne Probleme ab. Immer wieder wird Auggie gehänselt, immer wieder kommt er niedergeschlagen nach Hause. Aber er findet auch immer wieder Freunde, die zu ihm halten. Er lernt, dass auch andere Menschen Probleme haben, und er heitert die Situation oft mit seinem erfrischenden Humor auf. Es ist ein Film der Probleme behinderter Menschen ohne erhobenen Zeigefinger aufzeigt. Halt geben Auggie seine Eltern und seine Schwester Via. Halloween, Weihnachten und Neujahr kommen ins Land. Viele Lebensweisheiten und viele „Okays“ werden verkündet. Schließlich gibt es das erwartete Happy End, soweit das für Auggie möglich ist. Trotzdem: „Du bist ein Wunder!“, gesteht ihm seine Mutter.