Einweihung der städtischen Kinderkrippe

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Am 01. September 2018 konnte Mathilde Geißler, die Leiterin des Städtischen Kidergartens Heideck, die ersten „Krippenkinder“ in der neu geschaffenen Einrichtung empfangen. Nach erfolgreichem Probelauf wurde die Kinderkrippe nun offiziell eingeweiht.

Dazu hieß Erster Bürgermeister Ralf Beyer neben den Mitarbeiterinnen und natürlich den Kindern zahlreiche Gäste willkommen. Darunter waren die stellvertretende Landrätin Edeltraud Stadler, der wiedergewählte Landtagsabgeordnete Volker Bauer, die Vertreter der Kirchen, der Schule und der Stadt, sowie die am Bau Beteiligten. Es sei eine „lange Baustelle“ gewesen, so der Bürgermeister, die man nun endlich zu Ende gebracht habe. Bereits Ende 2015 habe man mit den Planungen begonnen, in die von Anfang an das Personal des Kindergartens mit eingebunden war. In Mai 2016 konnte man mit dem Bau beginnen, aber Vorschriften des Straßenbauamts hatten eine Umplanung, vor allem des Eingangsbereichs, erforderlich gemacht.

Die genaueren Fakten erläuterte Architekt Klaus Damovsky, der Geschäftsführer von der dA+ Architektur GmbH. Auch er sprach von einem langen Projekt, wobei es galt, den Neubau in den bestehenden Kindergarten zu integrieren. Er lobte die positive Zusammenarbeit mit der Einrichtungsleiterin Mathilde Geißler und mit Thomas Kohlbrand, dem technischen Leiter der Stadt Heideck. Ein zukunftsweisendes, neues Gebäude sei entstanden, bei dessen Erstellung Wert auf natürliche Materialien gelegt worden war. Holz, Ziegel und Linoleum, sowie eine Luft-Wärmepumpe hätten dazu beigetragen, dass ein fast ökologisches Gebäude entstanden sei. Die Fenster seien absichtlich in verschiedenen Höhen und Größen eingefügt worden, angepasst an die „Maßstäblichkeit“ der Kinder. Der Außenbereich trage zusätzlich zu einer „extrem positiven“ Ausstrahlung bei. Das alles habe Zeit gebraucht, aber es sei „eine runde Geschichte“ geworden. Man habe auch eine spätere Erweiterungsmöglichkeit mit eingeplant. Den symbolischen Schlüssel für Mathilde Geißler gab es überdimensional in Brot gebacken. „Uii!“, kam es da aus den Reihen der Kinder.

Die Kindergartenleiterin dankte ihren Mitarbeiterinnen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung mit eingebracht hatten und trotz der Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten den Betrieb hervorragend aufrecht erhalten hätten. Zusammen mit Thomas Kohlbrand, der mit Herz und Verstand das Vorhaben begleitet habe, sei es gelungen, Wünsche und finanziellen Rahmen in der Balance zu halten.

Als zweifacher Familienvater stellte Volker Bauer fest, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nun auch bei uns angekommen sei. Über die Kinderkrippen der früheren DDR habe man damals abschätzig geredet. Heute sei es selbstverständlich, dass beide Elternteile zur Arbeit gehen. Der Bayerische Staat würde diese Möglichkeit finanziell unterstützen. So habe es zu den rund 600 000 Euro Baukosten den beachtlichen Zuschuss von 75 Prozent gegeben, damit Heideck „so liebenswert bleibt wie bisher“.

Einen kleinen Stapel Vorlesebücher hatte Edeltraud Stadler als Vertreterin von Landrat Herbert Eckstein mitgebracht. Als Oma wisse sie, was die Förderung der Kleinsten bedeute. Sie bewundere die Arbeit der Erzieherinnen und später der Lehrer und fügte hinzu: „Wir sind froh um die Menschen, die das tun!“

Am 27. August hatte die N-ERGIE Kinotour auf dem Heidecker Marktplatz den Film „Wunder“ gezeigt. Rund 250 Besucher waren gekommen. Rainer Gründel, der Betreuer für kommunale Kunden, überbrachte die gesamten Eintrittsgelder, nämlich 1215 Euro, in Form eines Schecks. Er bezeichnete Kinder als kleine Wunder. Für sie soll jetzt mit dem Geld ein zweiter Krippenwagen angeschafft werden.

Den kirchlichen Segen erteilten Pfarrerin Beate Krauß und Stadtpfarrer Dr. Josef Schierl. Nach dem gemeinsam gesungenen Kirchenlied „Nun danket alle Gott“ erläuterte Pfarrerin Krauß, dass es auch dafür zu danken gelte, dass es genügend Kinder in Heideck gibt. Die neue Kinderkrippe sei für die Gegenwart, aber auch für die Zukunft gebaut. Sie zitierte aus dem Evangelium nach Matthäus: „Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.“ Pfarrer Schierl hob die Bedeutung von Kinderkrippe, Kindergarten und Schule hervor. Neben der Familie seien sie für die Kinder von besonderer Wichtigkeit. Die Stadt habe mit der Krippe und mit dem Personal für eine optimale Betreuung der Kinder gesorgt, denn jedes Kind sei in den Augen Gottes einmalig und kostbar. „Man kann die Leidenschaft für unsere Kinder nicht hoch genug einschätzen“, lobte er, bevor er die Räume mithilfe von Weihwasser segnete.

Mit bewundernswerter Disziplin hatten die Kinder bisher das Geschehen verfolgt. Jetzt durften sie sich im Spielzimmer austoben. Das Angebot dort ist so attraktiv, dass einige der Kinder, die eigentlichen Hauptpersonen, lieber spielten, als sich zum Gruppenbild aufzustellen.

Auf 240 Quadratmetern sind die großzügigen Räume der neuen Kinderkrippe angeordnet. Der vom Licht durchflutete Spielflur mit Bewegungslandschaft lässt den Blick ins Freie durch unterschiedlich große Fenster frei. Eine Lichtkuppel sorgt für zusätzliche Helligkeit. Bei Dunkelheit spenden LED-Leuchtleisten hinter den Schallschutzpaneelen angenehme Helle. In allen Räumen wurde auf Schall schluckende Decken geachtet, denn hier wird es sicher mitunter lebhaft zugegehen. Besondere Schallschluckmaßnahmen hat man sich für den Schlafbereich ausgedacht. Auch die Sicherheit spielte bei der Planung eine wichtige Rolle. Klemmschutzvorrichtungen an den Türen sollen verhindern, dass Kinder sich die Hände einzwicken können. Neben den kleinen Toiletten und einer Dusche steht ein geräumiger Wickeltisch, der sogar über eine kleine Treppe erklommen werden kann. Vor der Küchenzeile finden kleine Esstische mit ebenso kleinen Stühlchen Platz, die man zusätzlich mit Kippschutz versehen kann. Natürlich dürfen Garderobe, Büro und Abstellraum nicht fehlen.

Alle zwölf Krippenplätze sind bereits belegt oder vorbestellt. Monatlich sind, je nach täglicher Verweildauer, zwischen 164 und 228 Euro zu entrichten. Das sind Gebühren, von denen man in Städten wie München nur träumen kann. Zusammen mit dem kirchlichen Kindergarten stehen nun für die kleinsten Heidecker 36 Krippenplätze bereit.