Krippe im KiD

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Im Jahre 1984 erfreute zum ersten Mal in der Heidecker Frauenkirche, auch Kappel genannt, eine Krippe die Besucher. Der damalige Stadtpfarrer Josef Fersch, der Architekt Josef Krätzer und Otto Somann, damals Vorsitzender des 1977 gegründeten Werk- und Bastelvereins, waren die Initiatoren gewesen. Pfarrer Josef Fersch war eigens nach Südtirol gefahren, um dort die ersten Krippenfiguren abzuholen. Der Künstler Josef Marschall fertigte das große Hintergrundbild an, auf dem man bei genauem Hinsehen einige markante Bauwerke der Stadt Heideck erkennt.

Wie sich Xaver Fiegl, der jetzige Vorsitzende des Werk- und Bastelvereins, erinnert, musste die Krippe allerdings im Jahr 2002 an ihren jetzigen Standort in der KiD- Scheune umziehen, da die Kappel dringend saniert werden musste. „KiD“ bedeutet übrigens „Kultur im Depot“ und weist darauf hin, dass Scheune und das angrenzende Gebäude, eine ehemalige Schreinerei, unter anderem der Heimatkundlichen Sammlung als Depot dient.

Schon seit Anfang September waren die insgesamt 60 Mitglieder des Werk- und Bastelvereins heuer mit dem Aufbau der Krippe beschäftigt. Sie dürfte eine der größten im Umkreis sein. Auf 35 Quadratmetern sind rund 60 Figuren angeordnet, die bis zu 60 Zentimeter hoch sind. Neben Kamelen, Elefanten, Schafen, Hirten, Mägden und den Weisen aus dem Morgenland bildet natürlich die eigentliche Krippe mit dem Jesuskind, Maria und Josef den Mittelpunkt. Auch eine Krippe ist vor Dieben nicht sicher, obwohl ein stabiles Gitter davorsteht. So gab es schon einmal den Versuch, eines der Kamele zu stehlen. Zwar scheiterte der Diebstahl, aber das Kamel war umgefallen, war zerbrochen und musste für teures Geld wieder fit gemacht werden. Um die Kosten der Krippe zu decken, wurde im Jahr 1984 der erste Weihnachtsmarkt in Heideck eröffnet. Nur ein paar Stände standen damals um die Kappel herum. Später wurde der Markt auf den Marktplatz verlegt. Nach wie vor werden aber die Standgebühren zur Instandhaltung der Krippe verwendet. Vor einigen Jahren konnte mit dem Geld sogar ein Elefant angeschafft werden. Die Holzschnitzerin Justine Netter kümmert sich um die Reparatur der Figuren und um deren Arrangement in der Krippe.

Aber auch wenn nicht gerade das Weihnachtsfest vor der Tür steht, geht dem Werk- und Bastelverein die Arbeit nicht aus. So unterstützen die Mitglieder die beiden Heidecker Kindergärten und die Schule mit ihren Erzeugnissen. Spielgeräte, Kasperltheater, Insektenhotel, Hocker, Trockengestelle für Aquarelle, sowie Fenster und Türen für das Gerätehaus im Schulgarten zählen dazu.

Die Krippe in der KiD-Scheune ist täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Wenn man einen Schalter betätigt, erklingt weihnachtliche Musik und Scheinwerfer beleuchten abwechselnd die Szene.