Besuch der Bücherei im Seniorenhaus

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Alle Jahre wieder besuchen Mitarbeiterinnen der städtischen Bücherei Heideck zur Adventszeit das „Seniorenhaus am Schlossberg“, um die Bewohnerinnen und Bewohner mit Liedern und Texten auf das bevorstehende Weihnachtsfest einzustimmen. Wie immer mit dabei ist Helmut Netter aus Liebenstadt, der die Lieder mit seinem Akkordeon stimmig begleitet.
Mit dem Gedicht „Von drauß‘ vom Walde komm ich her“ von Theodor Storm begann Roswitha Köstler die kleine Feier. Manche der Zuhörerinnen und Zuhörer sprachen leise mit. Sie kannten das Gedicht noch aus ihrer Kinderzeit. Lieder wie „Alle Jahre wieder“, „Fröhliche Weihnacht überall“, „O Tannenbaum“ und „Lasst uns froh und Munter sein“ sang man gemeinsam. Helmut Netter hatte dazu ein kleines Textheft mitgebracht. Der Text zu „Fröhliche Weihnacht überall“ wird dem Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben, dem Verfasser der deutschen Nationalhymne.

Vom Nachkriegswinter 1946, da wurden bestimmt manche Erinnerungen wach, las Sieglinde Maurer. Der Hunger war damals allgegenwärtig. Bei einer Fahrt aufs Land hatte eine Frau Lebensmittel eingetauscht und damit einen duftenden Kuchen gebacken. Eine Rarität. Doch dann kamen die Müllers zu Besuch. Schnell versteckte man den kostbaren Kuchen unterm Sofa. Als der Hund der Müllers diese Leckerei entdeckte, war die Blamage groß. Doch schließlich verspeiste man den Kuchen gemeinsam, es war ja auch Weihnachten.

Bevor die geheimnisvolle Weihnachtsmaus, die wie alle Jahre zuschlug und die versteckten Süßigkeiten im Haus aufspürte, besuchten in einer Erzählung drei merkwürdige Gestalten das Jesuskind in der Krippe. Lebensfreude, Zeit und Liebe hießen die Besucher, die dem Kind ihre guten Wünsche mit auf den Lebensweg gaben. Da durfte auch „Das Märchen vom Glück“ nicht fehlen, in dem ein Mann zwei seiner drei ihm gewährten Wünsche leichtfertig ausgesprochen hatte und nun den dritten Wunsch sorgsam hütet. Ochs und Esel hatten sich in einer anderen Erzählung heillos zerstritten. Doch durch das Kind, das im Stall zur Welt gekommen war, wurden sie wieder versöhnt. Für Heiterkeit sorgte „Der Christbaumkauf“ in fränkischer Sprache. Der anfangs stattliche Tannenbaum war durch verschiedene Korrekturen schließlich dünn und klein geworden. Also beschloss man, nächstes Jahr gleich einen kleinen Baum zu kaufen. Das gemeinsame Lied „Alle Jahre wieder“ bildete auch den Schluss.

Die Betreuerin Christine Zahm bedankte sich im Namen der anwesenden Bewohner bei den drei Akteuren, die durch Lesung und Musik eine willkommene Abwechslung in den Alltag gebracht hatten.