Adventskonzert 2018

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Seit 14 Jahren lädt der Kirchenchor Heideck regelmäßig zu einem Konzert im Advent in die Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer ein. Der gute Ruf, den diese Veranstaltung unter der Leitung von Franz Stengl genießt, hatte wieder für ein vollbesetztes Gotteshaus  gesorgt.

Zu Beginn heißt Jürgen Streit die Konzertbesucher in der angenehm temperierten Kirche willkommen. „Selten gibt es eine so volle Kirche“, stellt er erfreut fest. Dann erschallt zum Introitus von der Empore herab die Suite Nr. 2 aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel. Simone Spaeth und Tatjana Hinzberger (Trompeten) und Regionalkantor Willibald Baumeister (Orgel) sind die Interpreten dieses festlichen Konzerts. Stadtpfarrer Dr. Josef Schierl, der Schirmherr, verspricht 90 Minuten hochrangige Musik und wünscht eine adventliche Atmosphäre in dieser „schönen und wichtigen Zeit im Leben.“ Von wuchtigen Paukenschlägen eingeleitet folgt der freudige Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“ aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Bläser und Streicher stimmen zusammen mit der Truhenorgel, gespielt von Willibald Baumeister, ein, bevor der Kirchenchor die Melodie aufgreift. Ein Paukenwirbel beendet das Werk. Mit dynamischem Dirigat führt Chorleiter Franz Stengl seinen in zahlreichen Proben bestens präparierten Kirchenchor, die Solistinnen und Solisten, sowie das Instrumentalensemble zusammen. Lediglich eine einzige gemeinsame Probe war vorausgegangen. Das Ergebnis ist dennoch hörenswert. Wohl das anspruchsvollste Werk des Abends ist das Gloria, ein wohlklingender Lobpreis Gottes, aus der Missa Longa von Wolfgang Amadeus Mozart. Die vier Gesangssolisten Alexandra Vildosola (Sopran), Susanne Veeh (Alt), Andreas Kalmbach (Tenor) und Hyunho Yoo (Bass) singen zunächst inmitten des Chors, bevor sie später als Solisten hervortreten. Auch der frühere Heidecker Kaplan Pater Paul ist zur Unterstützung als Chorsänger aus Deining angereist.

Mit sonorer Stimme stimmt der südkoreanische Bassist Hyunho Yoo das Gloria aus der Missa Longa von Wolfgang Amadeus Mozart an. Die drei weiteren Solisten und der Chor begleiten ihn. Die bezaubernde Stimme von Alexandra Vildosola ist mit innigem Ausdruck in „O Maria, virgo pia“ zu hören. Es ist ein überzeugender Lobpreis der Gottesmuster und zugleich ein flehentliches Gebet.

Zwischendurch leitet Jürgen Streit mit Informationen zu den nächsten Kompositionen über und liest besinnliche Texte zum Advent. Da darf Heiteres durchaus nicht fehlen, etwa wie ein Hirtenbub in einer Erzählung von Karl Heinrich Waggerl das Jesuskind tröstete, indem er ihm dessen kleinen Daumen in den Mund schob.

Gewissermaßen ein Ohrwurm ist das „Air“ aus der Orchestersuite Nr.3 von Johann Sebastian Bach. Zart und schwebend erfüllt die Musik den Kirchenraum. Mit dezenter Begleitung auf der Truhenorgel fordert dann der Tenor Andreas Kalmbach: „Alle Tale macht hoch erhaben“ aus dem Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel, einem Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach. Händel hat dieses gewaltige Werk in nur 24 Tagen bei seinem Aufenthalt in Irland geschrieben. Am 13. April 1742 wurde es in Dublin uraufgeführt. Auch die weiteren Darbietungen entstammen dem gleichen Oratorium, wie etwa der Choral „Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn“ oder „Hoch tut euch auf“, zwei wahrlich herrliche Gesänge. Als harmonisches Duett interpretieren Alexandra Vildosola und Susanne Veeh die tröstliche Arie „Er weidet seine Herde“. Dann ist es erneut die kräftige Bassstimme von Hyunho Yoo, die diesmal „Sie schallt, die Posaun“ anstimmt und die Auferstehung verheißt. Trompeten ersetzen, durchaus gelungen, die Posaunen.

Den krönenden Abschluss bildet der Schlusschor des zweiten Teils des dreiteiligen „Messias“, das weltberühmte, mächtige Halleluja. Händel hat es 1741 dem Messias hinzugefügt. Es wird berichtet, dass König Georg II. beim ersten Hören des Chors so ergriffen war, dass er aufsprang und im Stehen zuhörte, was alle anderen dazu veranlasste, seinem Beispiel zu folgen. In vielen Ländern wird dieser Brauch heute noch gepflegt.

Lange anhaltender, stehender Applaus des ergriffenen und begeisterten Publikums brandet auf. Da geht es nicht ohne Zugabe ab. Zart und innig erklingt „Stille Nacht“. Pfarrer Schierl spricht den Sängern und Instrumentalisten, insbesondere auch dem Chorleiter Franz Stengl, Dank und Anerkennung für dieses gelungene Konzert aus. Und weil der Applaus abermals aufbrandet, gibt es als zweite Zugabe noch einmal das „Halleluja“.