Neujahrsempfang 2019

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Zum Neujahrsempfang der Stadt Heideck hatte der 1. Bürgermeister Ralf Beyer in den Bürgersaal des Rathauses eingeladen. Die Vertreter von Politik, Wirtschaft, Vereinen, Kirche, Schule und der Bundeswehr waren in großer Zahl gekommen. Mit dabei waren Bewohner der Außenwohngruppen von Regens Wagner, des Auhofs und der Lebenshilfe. Für die gefällige musikalische Gestaltung sorgte das Claus Raumberger Ensemble.

In seinem Jahresrückblick merkte Bürgermeister Beyer leicht ironisch an, dass es im Jahr 2018 scheinbar nur ein einziges wichtiges Ereignis gegeben habe, nämlich die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle. Das sei für ihn aber kein Thema von Bedeutung gewesen. Einen Traumsommer habe es im letzten Jahr gegeben, allerdings keinen Jahrhundertsommer, wie manchmal behauptet wurde. Allerdings hätten sich die Landwirte mehr Regen gewünscht. Eine Vielzahl extremer Wetterereignisse habe es gegeben: Taifune, Sturmfluten, Vulkanausbrüche, Waldbrände, und so weiter, die viele Menschenopfer gefordert hätten. Man müsse sich doch gewaltig Gedanken über den Klimawandel machen, auch wenn der US-Präsident mangelhaftes Laubfegen in den Wäldern als Ursache für die verheerenden Waldbrände ausgemacht habe.

Ausführlich ging der Bürgermeister auf die Themen Dieselmotor und Luftbelastung ein. Der Dieselmotor sei nach wie vor in Bezug auf schädliche Klimagase eine der umweltfreundlichsten Antriebsarten. Stattdessen werde mit einem Grenzwertwahnsinn eine Stickstoffdioxid-Diskussion geführt, mit Werten, die an irgendeinem Schreibtisch scheinbar ohne Sachverstand festgelegt worden seien. So dürfe die Konzentration am Arbeitsplatz 950 µg/m3 betragen, auf der Straße allerdings nur 40 µg/m3. Auf der Seite des Bundesumweltministeriums finde man die amüsante Erklärung, dass sich am Arbeitsplatz vorwiegend gesunde Menschen aufhielten und das für nur acht Stunden am Tag. Im Außenbereich dagegen seien alle Menschen permanent der Belastung ausgesetzt. Viele Wissenschaftler hielten diese Grenzwerte für kompletten Unsinn. Alleine an Silvester würden in Deutschland innerhalb weniger Minuten durch Feuerwerkskörper so viele Stickoxide freigesetzt, wie in zwei Monaten im gesamtdeutschen Verkehr. „Und das ganz ohne Erstickungsanfälle.“ Wehe dem, der zuhause ein Teelicht oder Räucherstäbchen anzündet, oder gar einen Kachel- oder Kaminofen anheizt! Damit liege man definitiv ein Zigfaches über den Grenzwerten. Wenn die Automobilindustrie aber Schummelsoftware verbaut, sei das sicherlich nicht in Ordnung,
Beim Thema Feinstaub und Atemwegserkrankungen könne man auch an die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea denken. Nur Norwegen hat damals mehr Medaillen errungen als Deutschland, das offensichtlich mit einer Mannschaft aus 121 Asthmatikern angetreten war. In den zwei Wettkampfwochen wurden 6000 Dosen Asthmaspray verbraucht, also 50 Sprays pro Sportler. „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“ Russland durfte wegen der Dopingvorwürfe erst gar nicht teilnehmen. Dagegen sei das gemeinsame Einlaufen der Nord- und Südkoreanischen Mannschaften bei der Eröffnungsfeier ein schönes Zeichen gewesen, ebenso die gemeinsame Damen-Eishockeymannschaft. Allerdings „hatten wir bei der Fußball-WM einfach keine Chance gegen Südkorea.“ Wahrscheinlich, so mutmaßte Bürgermeister Beyer, hatten die Südkoreaner die Reste der Asthmasprays der Norweger gefunden. Auch das Verhalten von Mezut Özil und sein umstrittenes Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten kamen aufs Tapet.

Das zeige die Probleme auf, die viele, die bei uns leben oder hier geboren sind, damit hätten, Deutschland als ihre Heimat anzusehen und die noch sehr stark in ihrer eigenen Kultur verwurzelt seien. Dabei würden sie oft den Grund vergessen, weshalb sie es vorgezogen haben, bei uns zu leben. Rechtslage, Freiheit, Arbeitsmarkt und Unterstützung seien bei uns so gut wie fast nirgendwo sonst auf der Welt. All dies sei begründet durch manchmal belächelte Tugenden wie Pünktlichkeit, penible Arbeit und auch Glaubensausrichtung. „Wir wollen niemanden bekehren und jeder soll auch seinen Glauben behalten. Es kommt immer nur darauf an, wie sehr man seinen Alltag dadurch beeinflussen lässt.“ In diesem Zusammenhang sei es bedenklich, wenn der türkische Staatschef die Zentralmoschee in Köln einweiht.

In Deutschland wurde im vergangenen Jahr 100 Jahre Frauenwahlrecht gefeiert. Das gibt es in einigen arabischen Staaten erst seit drei Jahren. Die Gleichstellung hat auch bei uns einige Generationen gedauert. Die Kämpfe dafür hätten dazu geführt, dass wir in einer unvergleichbaren Freiheit leben und dass es uns besser geht, als den meisten anderen Menschen auf dieser Welt. Wir müssten aber auch denjenigen Menschen helfen, denen es weniger gut geht. Aber jeder, der zu uns kommt, um die Vorzüge unseres Lebens mitzunehmen, müsse auch die damit verbundenen Pflichten akzeptieren. Hier habe die Politik noch einiges zu tun. Die Ergebnisse der letzten Wahlen hätten die Ängste der Bevölkerung aufgezeigt, nämlich dass Sicherheit durch Freiheit verloren gehen könnte und dass damit eine Plattform für radikale Parteien geboten werde. Parlamentarische Arbeit werde immer schwieriger, was man etwa an der Bildung der Bundesregierung gesehen habe. Bayern habe das deutlich schneller geschafft, und „ich bin sehr froh, dass hier die Mehrheiten für eine Koalition aus CSU und Freien Wählern ausreichend waren.“

Zurück nach Heideck. Ein trauriges Ereignis war der Tod von Altbürgermeister Hans Herger gewesen, der von 1990 bis 2002 die Geschicke der Stadt Heideck gelenkt hatte. Die Sanierung des Marktplatzes, Baugebietserweiterungen, das Gewerbegebiet Seiboldsmühle und der Bau des Städtischen Kindergartens erfolgten unter seiner Federführung. An viele seiner Projekte konnte man anknüpfen, wie etwa die Erweiterung des Kindergartens um eine Krippengruppe für die kleinsten Mitbürger. Die größte Baustelle war die Sanierung des Freibads. Kosten- und Zeitplan konnten dabei einigermaßen eingehalten werden. Dank des trockenen und warmen Sommers waren trotz der durch den Bau verkürzten Saison so viele Besucher gekommen wie sonst in einem vollen Jahr. Viel Geld wurde unter der Erde verbaut. Der Anschluss von Aberzhausen an den Abwasserkanal habe in etwa so viel gekostet wie die Freibadsanierung. Der Anschluss von Schlossberg an die Kläranlage ist gerade im Bau, ebenso die Wasserleitung zwischen dem Tiefbrunnen 4 und dem Wasserwerk. In Sachen Kanal seien damit die größten Aufgaben erledigt, nur die Verbindung zwischen Kippenwang und Aberzhausen ist noch zu schließen. Dann sind ziemlich alle Haushalte an eine der beiden Kläranlagen angeschlossen. Rund 9,5 Millionen Euro wurden in den letzten beiden Jahren verbaut, für Heideck eine beachtliche Summe.

Die Feuerwehren wurden mit neuem Gerät ausgestattet, wobei „die Ideen der Feuerwehr für Ersatzbeschaffungen nicht ausgehen.“ Die Fördersummen zum Fassadenprogramm wurden angehoben. Das haben gleich einige Eigentümer in Anspruch genommen und dadurch die Heidecker Altstadt deutlich verschönert. Die Technische Hochschule Nürnberg hat sich mit Konzepten für leer stehende Scheunen am Südlichen Stadtgraben befasst. Hier würden bereits Gespräche mit den Eigentümern laufen, in der Hoffnung auf eine Umsetzung. Seit kurzem steht am Bahnhofsplatz ein werbefinanzierter Kleinbus der Firma Micar zum Ausleihen bereit. Gemeinsam mit Kommunen des ehemaligen Landkreises Hilpoltstein, nämlich Allersberg, Hilpoltstein, Greding und Thalmässing wurde die ILE Jura Rothsee gegründet. („ILE“ steht für „Integrierte Ländliche Entwicklung".) Auch hier gebe es viel Potential zur Durchführung gemeinsamer Projekte.

Eine wichtige Aufgabe sei es, neues Bauland zu finden. Kürzlich wurden in Laibstadt, Schlossberg und Seiboldsmühle rund 55 neue Bauplätze ausgewiesen. Auch im Bereich Gewerbeflächen sei man einige Schritte weitergekommen. Der Aufstellungsbeschluss für das Gebiet am Kohlbuck sei gefasst.
Als Aufgaben für das Jahr 2019 nannte der Bürgermeister die Sanierung des Hauses St. Benedikt mit Bücherei und Jugendraum, die Straßenbaumaßnahmen Schlossberg – Haag und Altenheideck – Tautenwind, die Schulsanierung, eine neue Kindergartengruppe, eventuell sogar einen Neubau für die steigende Kinderzahl, die Erschließung der Wohnbaugebiete Laibstadt und Seiboldsmühle, die Ausweisung eines Wohnbaugebietes in Heideck und den Bau eines Familienerlebnispfades auf dem Schlossberg.

Viele Aufgaben, wozu auch die Bürgerinnen und Bürger ihren Beitrag leisten können. Dass dies bereits schon im vergangenen Jahr geschehen war, dafür bedankte sich Bürgermeister Beyer ausdrücklich. Er fügte hinzu: „Jeder Einzelne trägt ein bisschen zu der großen Gemeinschaft bei und nur gemeinsam können wir Dinge bewegen und voranbringen.“

Stadtpfarrer Dr. Josef Schierl entbot ein „Herzliches Grüß Gott!“ Er sei froh, dass es „in unserer Stadt viele Gruppen gibt, die sich für das Wohl der Menschen einsetzen.“ Er biete seine Mitarbeit in diesem Zusammenhang an. Gewissermaßen ein Gleichnis war seine Erzählung von einer Spinne, die ihr Netz nach unnützen Fäden untersuchte. Ein Faden nach oben schien unnütz, denn er hatte noch nie eine Fliege gefangen. Also biss ihn die Spinne ab, worauf das ganze Netz zusammenfiel. Daher, so Pfarrer Dr. Schierl, dürfe man „den Faden nach oben“ bei all seinem Tun nicht vergessen.
Ruppert Zeiner, der 1. Vorsitzende des LBV (Landesbund für Vogelschutz) der Ortsgruppe Heideck, spann diesen Faden sozusagen weiter und fragte sich, was das beste Spinnennetz helfe, wenn es keine Insekten mehr gäbe. Damit erinnerte er an das Volksbegehren für Artenvielfalt, in das man sich vom 31. 01. bis zum 13.02.2019 im Rathaus eintragen kann.

Mit gegenseitigem Zuprosten und den besten Wünschen für das soeben angefangene Jahr ging die Feier zu den Klängen des Claus Raumberger Ensembles zu Ende.