Equal Pay Day in Heideck

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Bild Beitrag Equal Pay DayGeballte Frauenpower herrschte auf dem Marktplatz von Heideck. Dort hatte Claudia Gäbelein-Stadler, die Gleichstellungsbeauftragte am Landratsamt Roth, einen Informationsstand zum „Equal Pay Day“, der am 18. März stattgefunden hatte, aufgebaut. Unterstützt vom Katholischen Deutschen Frauenbund mit der örtlichen Vorsitzenden Bianca Fürsich und dem Frauenforum Roth demonstrierten die anwesenden Frauen für ihre zu dieser Zeit berufstätigen Geschlechtsgenossinnen. Der gleichzeitig stattfindende Bauernmarkt bot dazu einen willkommener Anlass.

Nicht zufällig war der Equal Pay Day, der gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit fordert, auf den 18. März gelegt worden. Dieser symbolische Tag macht darauf aufmerksam, dass Frauen seit Jahresanfang bis dato gewissermaßen umsonst gearbeitet haben, um genauso viel Geld zu verdienen, wie ihre männlichen Kollegen im Vorjahr. Laut Statistik werden Frauen rund 21 Prozent unterbezahlt. Deshalb fordert diese Kampagne: „Gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit.“

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, waren etliche Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens auf den Marktplatz gekommen: Dr. Hannedore Nowotny als Stellvertreterin des Landrats, Bezirks- und Kreisrätin Cornelia Griesbeck, sowie die drei Heidecker Bürgermeister Ralf Beyer, Dieter Knedlik und Maria Brunner. „Frauenrechte sind Menschenrechte“, betonte die 3. Bürgermeisterin Maria Brunner. Dr. Hannedore Nowotny sah allerdings auch eine gewisse Problematik bei der Forderung nach gleicher Bezahlung. Häufig würden Frauen, vor allem aus familiären Gründen, nicht in Vollzeit arbeiten, wodurch sie bei einer beruflichen Karriere ausgebremst würden und auch weniger Rente erhielten. Ein kleiner Ausflug in die jüngere Geschichte: Noch bis in die 1970-er Jahre hatten Frauen weniger Rechte. Erst seit 100 Jahren dürfen Frauen zur Wahl geben. Im gleichen Jahr 1919 wurde der Lehrerinnenzölibat abgeschafft. Bis dahin durften Lehrerinnen nicht heiraten. Bis 1977 schrieb das Bürgerliche Gesetzbuch vor, dass es der Ehemann einer Frau erlauben musste, wenn sie arbeiten wollte. Das ist glücklicherweise Vergangenheit. Zum Thema, dass Frauen künftig weitere Rechte bekommen, sagt Dr. Nowotny: „Wir arbeiten daran!“ Einen Lichtblick in dieser Richtung stellt die Bezirksrätin Cornelia Griesbeck fest. Vom bayerischen Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann wurde Dr. Kerstin Engelhardt-Blum, bisher Juristin am Landratsamt Roth, zum 1. März 2019 zur Vizepräsidentin an der Regierung von Mittelfranken berufen.